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Impulse in 100 Worten - Rückblick

Jede Woche NEU! Ein Impuls von Pastor Frank Rosemann zum aktuellen Text der Lesung oder des Evangeliums.


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Firmung in 100 Worten

 

Firmung bringt etwas in Bewegung, weil der Heilige Geist ein Aufrüttler, ein Beweger ist.

Damals wie heute bringt der Geist Gottes Männer und Frauen, Alte und Junge, Große und Kleine, Arme und Reiche dazu, anzupacken und an einer neuen Welt mitzubauen.

Die Welt ist davon geprägt, dass die Angst ihrer Macht beraubt ist und das endlich nicht laue Gleichmacherei, sonder wohlgestaltete Gleichheit besteht. Der Geist Gottes ist es nämlich, der Einheit bringt, die ja nur von der Verschiedenheit her zu denken ist und so das Ganze erst abbilden und herstellen kann. Sei besiegelt durch die Gabe Gottes den Heiligen Geist.

 

Quelle: Pastor Frank Rosemann

Evangelium

 

Apg 2,1-11

 

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.

Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.

Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?

Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:

Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,

Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.



26. Sonntag im Jahreskreis

 

Ja oder Nein könnte man denken. Diese sehr menschliche Sohn-Geschichtelässt uns mittendrin sein, in dem, wozu Jesus uns ruft. Im Ruf zur Umkehr offenbart sich Gott als der, zu dem man umkehren kann: der geduldige, wartende, verzeihende Gott. Er öffnet den Menschen einen Weg, den sie von sich aus weder finden noch gehen könnten. Den offiziellen Vertretern der Religion ist es damals schwergefallen, an ihrer eigenen Rechtschaffenheit zu zweifeln und an Bekehrung zu denken. Nur bei den Sündern, bei Zöllnern und Dirnen, fand Jesus die Bereitschaft, sich zu bekehren. Auf diese Bereitschaft, das eigene Leben zu ändern, kommt es an.

 

Quelle: Pastor Frank Rosemann

Evangelium

 

Mt 21, 28-32

 

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Kind, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging hinaus. Da wandte er sich an den zweiten und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ja, Herr – und ging nicht hin. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der erste. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist zu euch gekommen auf dem Weg der Gerechtigkeit und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.



25. Sonntag im Jahreskreis

 

Wie schlimm ist es, nicht systemrelevant zu sein und wie schlimm ist es, ungerecht behandelt zu werden. Die Arbeiter fühlen sich nicht nur so, es ist so. Zuerst werden sie  nicht gebraucht und dann werden ungleich behandelt. ‚Such Dir doch was‘, ist der Appell an die Jungen und die Alten. Aber wenn es nichts zu finden gibt…Spät abends haben sie alle etwas gefunden und bei der Bezahlung werden sie alle gleich behandelt. Alle bekommen, was ihnen versprochen wurde. Jesus hebt nicht das Recht auf Eigentum und die daraus resultierenden Pflichten auf. Er lebt sie, damit wir nicht nur gelebt werden.

 

Quelle: Pastor Frank Rosemann

Evangelium

 

Mt 20, 1-16

 

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denár für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sah andere auf dem Markt stehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder hinaus und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging, traf er wieder einige, die dort standen. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten! Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denár. Als dann die Ersten kamen, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten einen Denár. Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn und sagten: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleich gestellt. Wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denár mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin? So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.



24. Sonntag im Jahreskreis

 

Vor allem ist es wohl so, dass wir uns alle etwas schuldig bleiben und alle etwas schuldig sind. Die gegenseitige Achtung, den menschlichen Respekt, Liebe…Wenn ich die Erfahrung mache, dass mir so etwas erwiesen wird, verändert das mein Leben. Die erwiesene Liebe wiegt viel stärker als alle Missachtung und Respektlosigkeit, die sehr verletzen können. Aber die Liebe heilt mehr. So erleben wir es als Skandal, wenn Menschen, die viel bekommen haben, davon nicht abzugeben bereit sind. Es ist das gröbste Missverständnis dessen, was Jesus uns geschenkt hat, nicht an andere weiterzugeben. Besonders die neuanfangende, aufbauende, lebenschenkende, versöhnliche und notwendige Vergebung.

 

Quelle: Pastor Frank Rosemann

Evangelium

 

Mt 18, 21-35

 

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr des Knechtes hatte Mitleid, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Knecht hinausging, traf er einen Mitknecht, der ihm hundert Denáre schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl, was du schuldig bist! Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die Mitknechte das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast. Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.

Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.

 



23. Sonntag im Jahreskreis

 

Die Worte Jesu führen uns zu zwei wichtigen unterscheidenden Fragen. 1. Reden wir übereinander? Die Versuchung ist groß, so Gesprächsstoff zu finden. Sei es nun wahr oder nicht, das kann und will ja beim Tratsch keiner wissen. Und was es mit dem macht, der dann später hört, was über ihn oder sie gesprochen wurde. Das kann vernichtend sein, weil es ja wie ein Schneeball weitergeht. Aber es ist ja viel einfacher über jemanden zu reden. 2. Reden wir miteinander? Vermutlich zu wenig. Es ist wirklich schwer, die Konfrontation mit dem Gegenüber zu suchen und sich wirklich einmal zu begegnen, aber unterscheidend christlich.

 

Quelle: Pastor Frank Rosemann

Evangelium

 

Mt 18, 15-20

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht! Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei mit dir, damit die ganze Sache durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werde. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.



22. Sonntag im Jahreskreis

 

Jesus hat das im Sinn, was Gott will, und nicht was die Menschen wollen. Es ist alles klar und Jesus schenkt den Jüngern reinen Wein ein. Aber das wollen sie nicht hören. Petrus, der eben noch zum Felsen erklärt wurde, tut sich hervor und tritt Jesus entgegen. Daraufhin, sagt er das, was nur ein einziges Mal in der ganzen Bibel zu einem Menschen gesagt wurde. Satan, du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Dies Klarheit können wir dieser Jesusgeschichte entnehmen. Aber was wollen wir von Jesus hören? Was Gott will, oder was wir Menschen wollen?

  

 

Quelle: Pastor Frank Rosemann

Evangelium

 

Mt 16, 21–27

 

In jener Zeit begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären: Er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, getötet und am dritten Tag auferweckt werden. Da nahm ihn Petrus beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Tritt hinter mich, du Satan! Ein Ärgernis bist du mir, denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen und dann wird er jedem nach seinen Taten vergelten.



Mariä Himmelfahrt

 

 „Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott offenbartes Dogma, dass die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“ (Pius XII.)

Natürlich: Wenn wir glauben, dass wir Menschen mit Leib und Seele sterben, also wirklich tot sind, um dann von Gott bei ihm mit neuem und ewigem Leben beschenkt zu werden, dann wurde Maria, um auszudrücken, dass sie wirklich, so wie sie ist, eine Erwählte ist, mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Verwesung ist der Ernstfall der Endlichkeit. Das ist bei Maria anders. 

Evangelium

 

Lk 11, 27–28

 

In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, erhob eine Frau aus der Menge ihre Stimme und rief ihm zu: Selig der Schoß, der dich getragen und die Brust, die dich gestillt hat! Er aber erwiderte: Ja, selig sind vielmehr, die das Wort Gottes hören und es befolgen.



20. Sonntag im Jahreskreis

 

Auch Jesus lernt dazu. Das vom Evangelisten Matthäus transportierte Bild, Jesus sei nur für das Volk Israel da, erfährt eine Wandlung. Und bemerkenswert ist, warum, Jesus Christus, der Sohn Gottes, der Menschgewordene, der Messias und Heiland seine Haltung ändert. Aus Vernunftgründen. Weil er zu der Erkenntnis gelangt, dass es auch, vielleicht auch ganz besonders, echten Glauben außerhalb des von Gott erwählten Volkes gibt. Dieser persönliche Glaube ruft ‚Kyrie eleison‘ ‚Herr, erbarme Dich‘ und lässt in einem Wort, Gott den Größeren sein. Das Volk Gottes, Israel, steht also nicht nur in der Tradition, sondern in der Aktualität des persönlichen Gottes.

Evangelium

 

Mt 15, 21–28

 

In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Schick sie fort, denn sie schreit hinter uns her! Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, Herr! Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.



19. Sonntag im Jahreskreis

 

Petrus tut etwas total Überflüssiges. Ohne Not verlässt er das Boot und veranlasst Jesus noch, ihn zu rufen. Jesus hätte ihn nie in größere Gefahr gebracht. Petrus, so ist er halt, merkt nicht mal, dass Sturm ist. Erst als seine halsbrecherische Tat ihm zu unsicher wird und er geneigt ist alles, was er zu verantworten hat auf Jesus zu projezieren. So ist Petrus. Und Jesus, wie ist der? Aus der Ruhe kommend, in das beängstigende Nichts der Nacht, spricht er das ‚Komm‘ des Glaubens und hält und trägt, wenn er auch nur wenig Glauben vorfindet, der Zweifel kennt und annimmt.

 

 

 

Quelle: Pastor Frank Rosemann

Evangelium

 

Mt 14, 22–33

 

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme! Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.

 



16. Sonntag im Jahreskreis

 

Es geht um das Dazwischen. Das Unkraut zwischen dem Weizen, das Kleine zwischen dem Großen, das Treibmittel zwischen dem Mehl. Es geht darum, dass das Wort Gottes dazwischen kommt. Die Botschaft vom Reich Gottes ist nicht nur als Predigtwort zu verstehen. Erst wenn sie unter die Leute kommt und dazwischen ist, wird sie wirksam. Völker, Nationen, Gruppen und Einzelne sind entzweit und gespalten. Ein Wort kann sie zusammenbringen und auch zusammenhalten. Ein gutes Wort kann wie Kitt zusammenbringen und das Dazwischen ist nicht nur die Naht und die Grenze, sondern wirklich der Raum der Verbindung. Wir Ohren hat der höre! 

Evangelium (Mt 13, 24–43)

 

In jener Zeit erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune! Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen, damit sich erfülle, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen, ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war. Dann verließ er die Menge und ging in das Haus. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker! Er antwortete: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches; das Unkraut sind die Kinder des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Schnitter sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gesetzloses getan haben, und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!



14. Sonntag im Jahreskreis

 

Ein Joch ist der Schulterbügel eines Lastenträgers oder eines Lasttiers.

 

Das Wort Joch kennt zur  Zeit Jesu jeder. Es gehört zur Lebenswirklichkeit der arbeitenden Leute. Joch ist das Symbol für Arbeit. Heute gibt es wie damals andere Jochs. Die Lebensverhältnisse, die Beziehungen, die Verbindlichkeiten. Jochs sind nicht alle auferlegt, sondern auch gewählt. Ihr Schwere und ihre Last wird oft erst während des Tragens deutlich. Dann entsteht der Wunsch das schwere Joch abzulegen, was früher wie heute nicht so leicht geht.  Jesus lädt uns ein sein Joch zu tragen. Es ist schon getragen, ertragen und besiegt. Es führt zum neuen Leben.

 

Evangelium (Mt 11, 25–30)

 

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.



Petrus und Paulus

 

Petrus und Paulus waren keine Freunde. Ihre Wege waren zu verschieden. Aber sie waren Brüder, weil sie letztlich das gleiche wollten.  Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Das könnte auch Paulus gesagt haben. Für diesen Satz wird Simon der Petrus genannt. Dieser Glaube gibt der Gemeinschaft der Glaubenden die nötige Stabilität. An den Sohn des lebendigen Gottes zu glauben, ist der Glaube der Christen. Diesen Satz könnten auch wir sagen, wenn uns der Weg des Petrus und des Paulus, und ihrer Nachfolger, auch fremd und unsinnig vorkommt. Dadurch werden die Christinnen und Christen zu Schwestern und Brüdern.

 

Quelle: Pastor Rosemann

Evangelium (Mt 16, 13–19)

 

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Menschen den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elíja, wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten.

Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus antwortete und sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjóna; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

 



13. Sonntag im Jahreskreis

 

Wie finde ich Gott? In der Annahme seines eigenen Weges und in seinem Sohn Jesus Christus. Jesus hat das genau so gemacht. Er war der, der er war. Der Sohn Gottes. Und wer denkt, das wäre ich auch gern überblickt vermutlich nicht, was das bedeutet. Könnte ich das Kreuz tragen, was Jesus getragen hat, das Kreuz der ganzen Welt? Aber das brauche ich ja gar nicht. Ich muss nur mein Kreuz tragen, nicht das meiner Nachbarin. Ich fühle mich vielleicht egoistisch, aber ich kann ja helfen, in dem ich nicht ständig verwechsele, was meine Aufgaben und die der anderen sind. 

Evangelium (Mt 10, 37–42)

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines  Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist –Amen, ich sage euch:  Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.

 



Johannes der Täufer

 

Im ‚Es‘ liegt die ganze Entwicklungsoffenheit des Menschen. Aber wie wird daraus ein starkes ‚Er‘ und ein starkes ‚Sie‘? Bei  Johannes war es , neben der Entschlossenheit der Eltern, das klare Ja Gottes zu diesem Kind und seinem Weg zu etwas ganz Großem. Aber Johannes kann nicht mehr als andere Menschen. In ihm steckt etwas Menschliches drin. Wie in jedem Menschen drinsteckt, ein Mensch zu sein. Wir sind Menschen, die von Gott zu etwas einzigartigen  gemacht werden. Wenn wir es selbst versuchen, Gott sein wollen, geht es schief, weil wir es schlicht und einfach nicht sind. Johannes ist ganz Mensch.

 

Quelle: Pastor Rosemann

Evangelium (Lk 1, 57–66.80)

 

Für Elisabet erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Und es geschah: Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharías geben. Seine Mutter aber widersprach und sagte: Nein, sondern er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb darauf: Johannes ist sein Name. Und alle staunten. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen und er redete und pries Gott. Und alle ihre Nachbarn gerieten in Furcht und man sprach von all diesen Dinge im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, nahmen es sich zu Herzen und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Das Kind wuchs heran und wurde stark im Geist. Und es lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem es seinen Auftrag für Israel erhielt.



Herz Jesu

 

Wer sind die Weisen und Klugen? Gemeint sind wohl die angesehenen Leute im Israel der Zeit der frühen Kirche. Es sind die, die mit sich und ihrer Position zufrieden sind. Die haben Jesus nicht verstanden. Und für die ist er nicht gekommen. Die Mühseligen und Beladenen liegen ihm am Herzen. Der Wille seines Vaters führt Jesus zu den Armen. Er will nicht weise und klug sein, wie wir es gern wären. Das ist für Jesus zu herzlos. Aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Es steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles.

Evangelium (Mt 11, 25–30)

 

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

 



12. Sonntag im Jahreskreis

 

Fürchtet euch nicht!  Um das hören zu können, braucht es die Erkenntnis wovor man sich eigentlich fürchtet. In der Sicht Jesu sind es Menschen vor denen man sich fürchtet. Hier geht es um die Gefahr, die es darstellt, seinen Glauben zu bekennen. Das ist eine Wirklichkeit der jungen Kirche, und auch heute.  Hinter der Angst vor den anderen verbirgt sich die  Angst um sich selbst. Und befeuert wird diese Angst vom Nichtwissen des Kommenden. Jesus verspricht, sich zu denen zu bekennen, die sich zu ihm bekennen. Er ist der, der auf uns zukommt und der uns trägt und nicht aufgibt.

Evangelium (Mt 10, 26–33)

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.

Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern! Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann! Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

 



11. Sonntag im Jahreskreis

 

Mitleid leitet Jesus, wenn er für die Menschen etwas tut. Und er gewinnt andere, Jünger, um für die Menschen etwas zu tun. Das definiert sogar das Jüngersein. Das stellt sich sehr humanitär dar. Ist es auch, aber es ist nicht so motiviert. Es ist durch die innerste Motivation Gottes angestoßen und bekommt erst dadurch seinen Sinn. Gott hat ein Herz für uns Menschen, und die von Gott auf diese Welt gestellten ein Herz für Gott, der alle Menschen liebt. Die Liebe zu Gott, macht die sehr fragile Liebe zwischen Menschen zum Abbild der Liebe, ohne die nichts wirklich sein kann.

Evangelium (Mt 9, 36 – 10, 8)

 

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden! Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.

Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philíppus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskáriot, der ihn ausgeliefert hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samaríter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

 



Fronleichnam

 

Es ist eine Gradwanderung zur Magie: Wer diese Brot ist, wird leben in Ewigkeit. Es ist eben nicht nur Brot, sondern Nahrung. Und es wird nicht bloß gegessen, sondern verinnerlicht. Verinnerlichte Nahrung ist eine Idee, die einem Kraft gibt und neuen Mut schenkt. Jesus Christus hat sein Leben hingegeben. Er hat sich mahlen lassen, wie die Weizenkörner, und er hat sich zerpressen lassen, wie die Trauben. Er hat sich klein gemacht und ist gestorben. Aber die Hoffnung auf neues Leben, die ist nie in ihm gestorben. Wenn wir diese Hoffnung nähren im heiligen Mahl, stirbt sie auch in uns nicht.

Evangelium (Joh 6, 51–58)

 

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie das Brot, das die Väter gegessen haben sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.



Pfingsten

 

Er hauchte sie an. Dieser Hauch hat es in sich. Die Jünger waren ängstlich. Und durch den heiligen Hauch sind sie es nicht mehr. Was steckt in diesem Hauch drin? Der Auftrag. Und es ist nicht irgendein Auftrag. Es ist die Weisung, den Leuten zu sagen, dass sie nichts mehr von Gott trennt. Wenn sie auf ihn hören, wenn sie sich die Angst um sich selbst nehmen lassen, trennt sie nichts mehr von Gott und auch von sich selbst. Jesus kommt am Abend, wenn die Angst bei vielen am größten ist, und sagt zu ihnen, ‚Der Friede sei mit euch‘.

Evangelium (Joh 20, 19–23)

 

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam

Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. 



Christi Himmelfahrt und Pfingstnovene

 

Auf die Abschiedsreden Jesu folgt im Johannesevangelium das große Abschieds- und Weihegebet Jetzt ist die „Stunde“ gekommen, auf die das ganze Leben Jesu ausgerichtet war. Jesus bittet, dass diese Stunde ihren Sinn erfüllt. Der Vater möge ihn – durch den Tod hindurch – „verherrlichen“, nicht in Schande fallen lassen und ihn als seinen Sohn erweisen. So können die Menschen erkennen, dass Vater und Sohn eins sind. Das Gebet ist Ausdruck seines Sohn-Seins. Indem Jesus für sich selbst betet, betet er für die Jünger; indem er für die Jünger betet, betet er für alle, die durch sie zum Glauben kommen, auch für uns.

Evangelium (Joh 17, 1–11a)

 

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sagte: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war! Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir.



6. Sonntag der Osterzeit

 

Liebe – Gebote – Wahrheit- Beistand, was die Welt alles nicht empfangen kann. Drinnen oder draußen, richtig oder falsch. Geschlossenes System? Kann denn alles offen und grenzenlos sein? Wollen überhaupt alle dabei sein? Wir dürfen uns von Gott selbst eingeladen wissen. Für uns ist er offen und will uns beistehen. Jedem, der Gott liebt, sind seine Gebote wichtig. Das Gebot ist die Liebe. Die Bedeutung der Beziehung zum anderen. Der Respekt und die Ehre derer, mit denen ich umgehe. Ich darf hoffen, Beistand zu bekommen, aber vorher werde ich bereit sein, Beistand zu geben. Liebevoll und achtsam zu sein- ohne Frage.

Evangelium (Joh 14,15–21)

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch. Nur noch kurze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.



5. Sonntag der Osterzeit

 

Jeder hat einen Vater, aber der ist eventuell weit weg. Damit finden sich viele ab. Auch Thomas und Philippus nahmen dieses Status quo hin.  Aber Jesus, der Sohn Gottes, kennt einen Zugang zu dem Vater, zu Gott. Er, der Sohn, kennt den Vater und kann sagen, dass er Weg, Wahrheit und Leben ist, was es nicht ohne Ziel und Richtung gibt. Jesus ist keine Laune und auch keine Episode der Geschichte, sondern Weg, mit allen Unebenheiten vertraut, Wahrheit, die Tiefe kennend, und Leben, das den Tod überwunden hat. Es gibt einen Zugang zu Gott,  und Jesus Christus zeigt ihn uns.

Evangelium (Joh 14, 1–12)

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen  Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philíppus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philíppus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der  in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater.



4. Sonntag der Osterzeit

 

Ich bin – ist ausdrücklich nicht ‚Ich bin nicht‘. Positiv geht Jesus heran und allen Daseinsreflexionen, die ins Überirdische und Bodenlose führen können, setzt Jesus eine Grenze, eine Kontur durch eine Konkretisierung. ‘Ich bin‘ steht nicht losgelöst von allem, sondern hat eine Anwendung, eine Bestimmung, eine Aufgabe. ‚Ich bin die Tür’ ist ein Bild, das Offenheit und Geschlossenheit verbindet, Schwebe und Verbindlichkeit vereint. Eine Tür hat Potential und wenn jemand sich als Tür versteht, fällt er oder sie bestimmt nicht aus dem Rahmen, sondern passt, öffnet und schließt. Die Tür verbindet Räume, die Orte des neuen und besseren Lebens werden können.

Evangelium (Joh 10, 1–10)

 

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.

Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.

Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.



3. Sonntag der Osterzeit

 

Wie soll man es nennen? Es ist schon alles bereitet. Die Jünger haben sich abgemüht für sich selbst und dann auf Geheiß  Jesu. Sie haben sich die Nacht um die Ohren geschlagen und Erfolglosigkeit erlebt. Dann mit seiner Hilfe zur Unzeit der große Fang. Es ist schon alles bereitet. Wie soll man das nennen?   Wir müssen uns anstrengen  und  haben auch die Begabung  und die Kraft dazu. Und doch ist das wichtigste, das letzte bisschen  nicht von uns. Vor allem und am Ende steht das Geschenk. Die Gabe, die von Gott kommt, der Partner, die Kinder, die Lebensaufgabe, die Gnade.

Evangelium Joh 21, 1–14

 

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.



Weißer Sonntag

Was geschieht nicht alles in acht Tagen? Hier ist es eine große Wandlung vom Unglauben zum Glauben passiert. Thomas möchte dazugehören. Er möchte wie die anderen Jünger eine Erfahrung des Auferstandenen machen. Er formuliert diese Sehnsucht und lebt in ihr. Er möchte glauben. Um das zu können, braucht er ein Zeichen, das von Gott kommt und es wird im geschenkt. Der Zweifel ist die vitale Seite des Glaubens. Die Verwechslung mit dem Unglauben ist klassisch, aber falsch. Der Zweifel qualifiziert den Glauben, führt zum Kern des Glaubens, unterscheidet zwischen Glaube und Aberglaube. Der Glaube ist die gelebte Sehnsucht nach Auferstehung.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 20,19–31)

 

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. Thomas, der Dídymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen



Ostern

 

 „Wir aber hatten  gehofft…“-alle Hoffnungen sind zerschlagen. Alles was Menschen sich ausmalen können und erträumen geht den Bach runter. Alles,  wofür sie leben, ist endlich und stirbt. Aber in all dem Zugrundegehen der Hoffnungen ist der Auferstandene mit auf dem Weg und zeigt sich. Und er bringt etwas mit sich, was neue Hoffnung ist. Von sich aus hat man keine Ideen, keinen Mumm zum Aufbruch und auch keine Hoffnung. Die Jünger geben zu, dass sie am Ende sind mit allen, was sie erhofft und erwartet haben. So hat der Auferstandene die Gelegenheit ihnen etwas ganz neues zu zeigen: seinen Leib. 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 24, 13–35)

 

Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern Jesu auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Und es geschah: Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen und der eine von ihnen – er hieß Kléopas – antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohepriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe.
Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine   Herrlichkeit gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah: Als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken.
Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. 



Karfreitag

 

Er ist so sicher, und ich muss ihn akzeptieren. Er ist das größte Projekt meines Lebens, mein Lebensprojekt. Er braucht mein Einverständnis nicht, um einfach da zu sein, dennoch wird das Leben leichter, wenn ich ja sage zu seiner Selbstverständlichkeit. Und der Tod verbindet. Alle Menschen auf der Erde werden sterben. Auch der Menschgewordene, Jesus Christus stirbt. Er nimmt den Tod an als Teil des Lebens und ist wirklich tot. Er erklärt sich einverstanden mit der Wirklichkeit des Lebens. Was aus Jesus geworden ist, wissen wir. Er, der tot war, lebt. Wenn wir sterben , werden wir mit ihm leben. 

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes (Joh 19, 38-42)

 

Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur im Verborgenen. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab.Es kam auch Nikodémus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloë,etwa hundert Pfund.

Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist. An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.



Karfreitag

 

Jesus erträgt das Leid nicht einfach nur, er durchlebt es. Kurz vor seinem Tod hat er noch Durst. Das zeugt von seiner Lebendigkeit. Und das mit Essig versetzte Wasser ist ein Durstlöscher, den die antiken Krieger trinken. Jesus ist und bleibt aktiv. Ein Kämpfer. Er kämpft für das neue Leben. Er erringt es aktiv bis zum letzten Moment. Er gibt seinen Peinigern sogar noch die Möglichkeit barmherzig zu ihm zu sein, und ihm zu trinken zu geben. Er stirbt nicht, er gibt sein Leben hin. Er sieht Sinn in seinem Sterben und gibt  jedem Hinscheiden echte Würde und tiefen Sinn. 

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes (Joh 19, 28-30)

 

Danach, da Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß voll Essig stand da.

Sie steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund.

Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.



Gründonnerstag